Lokale Zeitungen sind voll von lobenden Artikeln über Tafeln. Kritik wird dabei selten laut. Hier stellen wir Medienberichte zusammen, die sich kritisch - aber konstruktiv - mit Tafeln und/oder den Hintergründen zu Tafeln befassen.
Am 9. Januar 2011 lief auf Radio Bremen ein Gespräch des Moderators Mario Neumann mit Stefan Selke, in dem es darum geht wie es um Armut und Wohlfahrt in Deutschland steht, inwiefern Almosen ein Teil des Problems sind und was ihn persönlich dazu gebracht hat, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.
In der Sendung "weckup" auf Sat 1 lief am 27. November dieser sehenswerte Beitrag zum Thema "Pro & Contra Lebensmittelspenden" mit der Journalistin und Tafelkritikerin Brigitte Vallenthin und Jochen Brühl, einem Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Tafeln.
In der Ausgabe der Direkten Aktion vom Nov./Dez. 2011 erschien dieses Interview mit Guido Grüner von der Arbeitslosenhilfe Oldenburg, in dem er nach Bekanntwerden der kürzeren Lebenserwartung von Armen und Geringverdienern über Armut und Ernährung in Deutschland spricht. Dabei geht es auch um die ambivalente Rolle der Tafeln. Grüner konstatiert: "Es gibt ja solche und solche Tafeln. Manche sind von Erwerbslosen selbst organisiert, da geht man fair und solidarisch auf einer Ebene miteinander um. Dann gibt es solche Tafeln wie die hier in Oldenburg, wo man einfach von oben herab etwas zugeteilt kriegt, die Tafelchefin im dicken Sportwagen vorfährt und dann die bürgerliche Mildtätigkeit für die scheinbar unfähigen Armen organisiert. Tafel ist also nicht gleich Tafel."
Dieser Artikel aus der Volksstimme vom 22. November 2011 macht deutlich, wie die kritische Debatte zum Thema Tafeln inzwischen die Basis der Tafelarbeit erreicht hat. Es kommen u.a. der Länderbeauftragte der Tafeln in Sachsen-Anhalt, der Sozialethiker Alexander Dietz und der Soziologe Stefan Selke zu Wort.

Am 14. November 2011 strahlte der NDR die Reportage "Die Hartz-Maschine - Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit" aus. Darin geht es ab der 14. Minute auch um die Tafeln und das profitable Geschäft der Spender. Auch wenn man die einseitig positive Darstellung des holländischen Workfare-Konzeptes und die einseitige Darstellung der Arbeitslosen als faule Schmarotzer deutlich kritisieren muss (die Autorin Knobel-Ulrich machte auch bereits vor Jahren bei Anne Will Stimmung gegen vermeintlich überversorgte Arbeitslose), ist es doch einer der wenigen Beiträge, der die Schattenseiten der Tafelarbeit deutlich macht und zudem weitere spannende Einblicke gibt, wie Steuergelder für sinnlose "Qualifizierungsmaßnahmen" verschleudert werden, die letztlich kaum Erfolge bringen.
Am 10. November 2011 veröffentlichte die Junge Welt dieses Interview mit Dr. Jens Becker, der mit anderen Wissenschaftlern Hartz IV-Empfänger und Niedriglohn-Aufstocker zu ihren Erfahrungen beim Besuch der Tafel befragt hat. Interessant sind neben den Ergebnissen vorallem auch seine Ausführungen zur Rolle der Tafeln in der Gesellschaft.

Am 21. August 2011 wurde diese hörenswerte Sendung von Autorin Brigitte Lehnhoff im Saarländischen Rundfunk gesendet. Es kommen u.a. Vertreter von Tafeln, Caritas und Diakonie, Tafelnutzer und Prof. Stefan Selke zu Wort.
Dieser am 1. August 2011 auf Zeit online erschienene Artikel beschäftigt sich mit der Rolle des Ehrenamts in der deutschen Gesellschaft und fragt im Hinblick auf die Tafeln: Müssen die Ehrenamtlichen dort anpacken wo sich der Staat zurück zieht?
In dem Lifestyle-Magazin "Effilee - Essen und Leben" erschien dieser Artikel, der sich mit der enormen Verschwendung von Lebensmitteln und dem in Deutschland nach wie vor illegalen "Containern" als Antwort beschäftigt. Über die Hälfte aller Lebensmittel landet noch genießbar im Müll. Diese vermeintlichen Abfälle einfach zu verschenken, also das Containern zu legalisieren, wäre wohl eine Alternative zur Tafelpraxis. Was meinen Sie? Diskutieren Sie im Forum.
Am 26. Juni 2011 erscheint in der Nordhessischen dieses Interview mit Stefan Selke, in dem er anlässlich der Kasseler Stadtwette und des Bundestafeltreffens am Wochenende deutliche Kritik an der mangelnden Diskussionsbereitschaft der Tafeln und an der Symbolpolitik des Kasseler Bürgermeisters übt.

Anhand einer pantomimischen Spielszene mit dem Titel "Die Tafelgesellschaft - vom Spiel mit der lieben Not" haben Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmerbewegung am 25. Juni in Trier "das böse Spiel vom wohltätigen Kalkül" kritisiert. Auch wenn das den Medien keine Berichterstattung wert war wollen wir es nicht unerwähnt lassen.
Am 23. Juni wurde im Mitteldeutschen Rundfunk dieses Interview mit Stefan Selke gesendet, indem es unter anderem darum geht, wie eine Transformation der Tafeln in Angriff genommen werden könnte.
In der Sendung "Lebenswelten" vom 13. Juni 2011 geht Autorin Brigitte Lehnhoff der Frage nach, inwiefern Sozialkaufhäuser und Tafeln Ausdruck fürsorglicher Wohltätigkeit in der Not sind und inwiefern sie dazu beitragen, dass Armut sich verfestigt und akzeptiert wird. Es kommen Nutzer der Einrichtungen, Kirchenvertreter, Ehrenamtliche und der Tafelkritiker Stefan Selke zu Wort. Hier kann man die Sendung als Podcast aufrufen.
Die Autorin Kathrin Hartmann wirft in der Ausgabe der NEON vom Mai 2011 einen kritischen Blick auf die Entwicklung der Tafeln in Deutschland. Sie bezieht ihre Recherchen bei der Münchner Tafel, wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema und die Aussagen von Tafelkunden und Tafelhelfern in die Reportage mit ein und zeigt somit ein besonders umfassendes Bild der Organisation und ihrer gesellschaftlichen Rolle. Hier kann man den Artikel als pdf lesen.
Dieser Artikel in der taz vom 19. Mai 2011 widmet sich einem wichtigen Aspekt der Armut in Deutschland. Viele ALG II- und Grundsicherungs-Bezieher können sich dringend benötigte Medikamente nicht leisten. Auch hier sind es Tafeln, die Abhilfe schaffen. Für die Betroffenen eine wichtige Hilfe - doch sollte hier nicht der Staat in der Verantwortung sein?
Auf einer Veranstaltung in Bad Alexandersbad fand Stefan Selke deutliche und kritische Worte zur Rolle der Tafeln in Deutschland. Die Frankenpost berichtet am 14. Januar darüber.
Die Diakonie hat in Baden-Württemberg eine Untersuchung durchgeführt, in deren Rahmen sie 650 Tafelnutzer befragt hat. Unter anderem wird deutlich, dass die Tafeln mit ihrer Lebensmittelhilfe den zu niedrig kalkulierten Regelsatz kompensieren. Dieses und weitere zentrale Ergebnisse hat die Eßlinger Zeitung in diesem Artikel vom 7. Dezember zusammengefasst.
In diesem am 6. Dezember im Neuen Deutschland erschienenen Porträt der Tafelgründerin Sabine Werth zeigt Autorin Luise Molling auf, wie aus einer kleinen Wohltätigkeitsaktion ein fester Bestandteil des deutschen Sozialsystems wurde und warum der Gründerin der ersten Tafel in Berlin das stetige Wachstum der Tafellandschaft manchmal selbst etwas unheimlich ist. Auf jeden Fall steht fest: Einfach aufhören geht nicht mehr.
Dieses Feature des Bayrischen Rundfunks vom 11. November 2010 beleuchtet die zunehmende soziale Spaltung in Deutschland und deren Hintergründe und Folgen. Es kommen Tafelnutzer und Arbeitssuchende, aber auch Multimillionäre zu Wort. Sehr hörenswert!
Unter dem plakativen Titel "Tafeln statt Arbeiten?" diskutierte am 02. November der Moderator Justus Kliss mit Gästen aus Politik und Wissenschaft sowie der Tafelgründerin Sabine Werth über die Frage, ob Tafeln dazu beitragen, dass sich Arbeitslose in ihrer Situation einrichten. Der Beitrag lässt sich hier als Livestream anschauen.
Der SWR2 sendete am 25. Oktober eine längere Reportage zum Tafelthema, innerhalb derer auch einige O-Töne vom Tafelsymposion in Furtwangen zu hören sind. Hier lässt sich der Beitrag auch nachträglich anhören.
Der Gießener Anzeiger berichtet am 3. Oktober über eine Podiumsdiskussion zum Thema "Armes Deutschland - reiches Land?" in deren Rahmen Wissenschaftler mit Tafelvertretern über den Ersatz sozialer Rechte durch Almosen debattierten und den Erfolg der Tafeln unter anderem als "Zeichen einer verfehlten Sozialpolitik" deuteten. Hier lässt sich Genaueres über die Veranstaltung und die geäußerte Kritik erfahren.
Der ZDF Infokanal strahlte am 2. Oktober 2010 eine Reportage über die Berliner Tafel aus, die einen guten Einblick in deren Praxis gibt und auch kritische Stimmen zu Wort kommen lässt. In der Mediathek lässt sich der Beitrag im Livestream anschauen.
Am 25. August 2010 veröffentlicht die Deutsche Welle eine Art Bestandsaufnahme der Deutschen Tafeln, in der sie sowohl auf deren quantitiative Entwicklung eingeht als auch auf die Kritik, die der Bewegung entgegen schlägt.
In der dritten Juniwoche 2010 macht die taz das Thema Tafeln zum "Streit der Woche". Alle sind eingeladen mitzudiskutieren zum Thema "Schaden die Tafeln den Armen?" Den einleitenden Artikel dazu gibt es hier. In einem weiteren Artikel greift die taz kurz darauf die Kritik Peter Grottians und Stefan Selkes auf und lässt Tafelgründerin Sabine Werth erklären, warum sie diese Kritik nicht mehr hören kann.
Der emeritierte Professor Peter Grottian veröffentlichte am 31. Mai 2010 auf den Nachdenkseiten einen provokativen Text, in dem er von der "strukturellen Komplizenschaft" von Tafeln und Politik spricht, da die von der Politik "verordnete Magerkur und bürokratische Zurichtung von Menschen durch die Tafeln blumenreich geschmückt wird". Er fragt nach Widerstandspotenzialen und empfiehlt den Tafeln ihre Ausgabenstellen für ein paar Tage zu schliessen um der Politik Beine zu machen. Hier der Text.
In der Juni-Ausgabe der Neuen Caritas wird dieser Artikel von Dr. Selke erscheinen, in dem er seine systemkritische Sichtweise auf die Tafeln als Phänomen des sozialen Wandelsnin Deutschland skizziert. Nutzer des Tafelforums können diesen Artikel bereits vorab hier lesen.
Was für und was gegen das Engagement der Tafelhelfer spricht wird von Tafelhelfern, Tafelnutzern und dem Soziologen Stefan Selke in diesem Artikel der Hamburger Strassenzeitung Hinz und Kunzt vom April 2010 diskutiert.
Die Sendung Fakt auf ARD beschäftigte sich am 22. Februar 2010 u.a. mit der Leipziger Tafel und deren finanziellen Ungereimtheiten. Dass gemeinnützige Vereine in der BRD ihre Finanzen nicht offenlegen müssen, scheint Missbrauch Tür und Tor zu öffnen. Auf Youtube gibt es einen Mitschnitt der Sendung.
Am 9. Februar 2010 erklärt die Vorsitzende der sächsischen Tafeln Edith Franke in einem Gespräch mit der ddp, sie glaube nicht, dass das Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Situation der Bedürftigen in Deutschland spürbar verbessern werde. Weiterhin macht sie deutlich, dass die soziale Ausgrenzung und Ächtung von Hartz IV-Familien ein zentrales Problem ist, das durch ein paar Euro mehr nicht gelöst werde.
In der Süddeutschen Zeitung vom 1. Februar 2010 macht das Streitgespräch zwischen Gerd Häuser (Vorsitzender des Bundesverbands der Tafeln) und Stefan Selke (Soziologe und Tafelkritiker) deutlich, dass deren Positionen oft sehr nah beieinander liegen, die Tafeln sich aber aus ihren strukturellen Widersprüchen nur schwer befreien können. So wollen die Tafeln nach Häuser zwar einerseits "das schlechte Gewissen der Sozialpolitik" sein, hat Häuser Angst "dass uns langfristig der amerikanische Weg übergestülpt werden könnte", gleichzeitig gibt er aber zu, dass eine Instrumentalisierung durch die Politik stattfindet und das, was "Schwarz-Gelb anrichtet", bei den Tafeln "als Bedürftigkeit ankommt". Das Streitgespräch lässt sich hier als pdf downloaden.
Autor Jens Kiffmeier wirft in seinem Artikel vom 29. Dezember 2009 einen kritischen Blick auf die Pfandspenden-Aktion der Deutschen Tafeln bei Lidl und zeigt auf, wem solche gute Taten außer den eigentlichen Adressaten noch zugute kommen.
Am 16. Dezember sendete die ARD eine 45minütige Reportage zum Thema "Arm und abgeschrieben - wer hilft aus der Krise?" Ob Suppenküchen, Tafeln und andere Angebote des "Wohlfahrtsmarktes" als Ersatz für die nicht ausreichenden staatlichen Leistungen fungieren stand dabei im Zentrum der Debatte. Auf Youtube kann man sich die Sendung ansehen.
Anlässlich des deutschen Tafeltags am 3. Oktober 2009 sendete das domradio ein Interview mit Prof. Selke und beschäftigte sich auch in einem Artikel auf der Homepage ausführlich mit der Kritik an der Tafelbewegung - zitiert werden darin Autoren des Buchs "Tafeln in Deutschland". Hier ist der Text zu lesen, der Mitschnitt des Interviews lässt sich gleich unterhalb abspielen.

Anlässlich einer Diskussionsveranstaltung des Diakonischen Werks in Gießen setzt sich dieser Beitrag vom 29. September 2009 kritisch mit dem Thema Tafeln auseinander, neben dem Tafelkritiker Dr. Selke und dem Sozialethiker Dr. Segbers kommen auch Ehrenamtliche und Besucher von Tafeln zu Wort.
In der taz vom 31. August 2009 berichtet Gabriele Goettle ausführlich von der alltäglichen Routine bei der Teltower Tafel und gibt damit einen guten Einblick in das Leben "Abseits der Armut".
Am 23. Juni 2009 erscheint auf Telepolis ein Artikel von Stefan Selke, in dem er die inzwischen stark gewandelte mediale Berichterstattung zum Thema Tafeln würdigt, die verschiedenen diskursiven Ebenen analysiert und zentrale strukturelle Entwicklungen des "Systems" Tafeln aufzeigt. Er betont zudem die vernachlässigte Perspektive auf die "Tafelkunden" selbst, die dringend weiterer Forschung bedürfe.
Am 10. Mai 2009 wurde das Thema Tafeln auch in der Sendung Anne Will in der ARD aufgegriffen. Zu Gast in der Sendung waren Ursula von der Leyen (CDU), die Journalisten Günter Wallraff und Walter Wüllenweber, der Caritas-Präsident Peter Neher und die Ehrenamtliche Barbara Niehaus. Am Pult trug Stefan Selke seine kritischen Thesen vor. Die Sendung ist leider nicht mehr abrufbar, es findet sich nur noch die Vorankündigung im Netz.
In der brandeins vom Mai 2009 berichtet Peter Laudenbach ausführlich von den der Entwicklung der deutschen Tafellandschaft, ihren unterschiedlichen Aktivitäten und den Ambivalenzen innerhalb der Tafelarbeit.
Ungewöhnlich deutliche Worte vom Bundesvorsitzenden der Deutschen Tafeln sind am 05. Mai 2009 auf Spiegel Online zu lesen: "Wir sind nicht Teil des Sozialsystems - wenn das funktionieren würde, wären wir überflüssig. Aber die Differenz zwischen den Menschen, die genug haben, und denen, die zu wenig haben, wird leider immer größer. Langfristig gefährdet das den sozialen Frieden."
Ein Nutzer unseres Forums machte uns auf diesen Artikel in der Main Post vom 25. März 2009 aufmerksam, über die man sich nur wundern kann. Der Bundesverband der Tafeln schickt einem Tierschutzverein in Würzburg eine Abmahnung, weil er seine Futtermittelausgabe für bedürftige Tierbesitzer "Tier-Tafel" nennt. Eine gemeinnützige Einrichtung verhält sich wie ein Großkonzern mit Profitinteressen. Wer eine Idee hat, welcher Zweck mit dieser Abmahnung verfolgt wird, möge sich doch bitte im Forum unter dem Thread "Verhältnis der Tafeln zu ähnlichen Einrichtungen" dazu äußern!!
Auf der Hinterbühne des erodierten Wohlfahrtsstaates
Die Tageszeitung Junge Welt berichtete am 09. März 2009 von der Podiumsdiskussion zum Thema Tafeln auf dem Attac-Kongress in Berlin. Unter dem Motto "Soziale Rechte statt Almosen. Gegen die Vertafelung der Gesellschaft" diskutierten die Teilnehmer über den richtigen Umgang mit dem Tafelphänomen und die Notwendigkeit struktureller Kritik. Der Artikel ist leider nur für Online-Abonnenten hier abrufbar.
In der 4. Ausgabe des Publik-Forum, die am 27. Februar 2009 erschien, widmeten sich Gerd Häuser, der Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Tafeln und Franz Segbers, Referatsleiter des Diakonischen Werks in Hessen/Nassau und Professor für Sozialethik in Marburg, beide der Frage, inwiefern die Tafeln Armut wirklich bekämpfen und kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Hier lässt sich der Artikel downloaden.
Blühende Tafellandschaften
In der Februarausgabe des Mieterecho, der Zeitschrift der Berliner Mietergemeinschaft e.V., schrieb Benedict Ugarte Chacón über verschiedene Formen der Kritik am Tafelsystem und die geplante Aktion des Berliner Sozialforums gegen die "Vertafelung der Gesellschaft". Hier kann man den Artikel lesen.
Tafeln kämpfen für Finanzspritzen aus Brüssel
Der Kampf um EU-Hilfen deutet darauf hin, dass die Tafeln die Ausweitung ihrer Lebensmittelhilfe einem politischen Engagement gegen die Ursachen der Armut wohl nach wie vor vorziehen. Interessant ist die Einstellung der Bundesregierung, die eine Unterstützung der EU wohl als Eingeständnis ihres Versagens werten müsste und daher lieber verzichtet... Hier der am 16. Januar im Neuen Deutschland erschiene Artikel.
Die neue Armenspeisung
Prof. Dr. Selke, Autor des Buches "Fast ganz unten", veröffentlichte im Januar 2009 einen auf seinem Buch basierenden Beitrag in den Blättern für deutsche und internationale Politik, der einen guten Überblick über seine zentralen Thesen liefert. Hier kann man den Artikel für 2€ downloaden.
Eine gekürzte Version dieses Beitrags veröffentlichte die Frankfurter Rundschau am 10. Januar 2009.
Am 23. Dezember 2008 berichtet die Tagesschau vom Anstieg der bedürftigen Kinder und Jugendlichen bei den Tafeln und der Kritik des Vorstandsvorsitzenden Gerd Häuser am staatlichen Rückzug und lässt die Gründerin der Deutschen Tafeln und Vorsitzende der Berliner Tafel, Sabine Werth, zu Wort kommen. Leider ist der Beitrag inzwischen nciht mehr online abrufbar.
Markus Günter von der Caritas bezeichnet im Interview vom 16.12.2008 die Tafeln als "Rückschritt, weil sie auf Alimentation und nicht auf Bekämpfung der Armut setzen". Der Sprecher der Nationalen Armutskonferenz Wolfgang, Diakoniepfarrer Wolfgang Gern macht zudem deutlich: "Wer gezwungen ist, als Bittsteller aufzutreten, muss sich als Mensch zweiter Klasse fühlen". Hier kann man den Artikel lesen.
Die Tafelarbeit muss politischer werden!
Der Sozialethiker Prof. Dr. Franz Segbers fordert in der epd sozial vom 12. Dezember 2008 die stärkere Verknüpfung der Tafelarbeit mit politischem Engagement, da Barmherzigkeit nur Sinn mache, wenn sie mit Gerechtigkeit einhergehe. Hier kann man den Artikel downloaden.
ChangeX, das unabhängige Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft berichtet in der Ausgabe Dezember 2008 von den Tafeln in Deutschland als Symbol für die neue Armut in diesem Land: "Unsere Gesellschaft, zwei Welten. Längst hat sich jenseits der Shoppingmalls und der hell erleuchteten Innenstädte eine Parallelwelt der Bedürftigkeit etabliert. Eine Welt fast ganz unten, die von dem lebt, was oben abfällt." Hier kann man den Artikel downloaden.
In der Ausgabe des Neuen Deutschland vom 15. Dezember 2008 spricht Stephan Stracke einige der zentralen Thesen aus Stefan Selkes Buch "Fast ganz unten" an und berichtet von einem Treffen des Berliner Sozialforums, auf dem sich kritisch mit dem Thema Tafeln auseinander gesetzt wurde. Hier kann man den Artikel als Online-Abonnent lesen.
Am 15. November 2008 beschäftigt sich die Junge Welt in ihrem Schwerpunkt kritisch mit dem Thema Tafeln. Neben einem Interview mit dem Herausgeber des Buches "Fast ganz unten" und Gründer des Tafelforums, Prof. Dr. Stefan Selke, beschreibt Jan Eisner die Ersatzleistung der Tafeln für den maroden Sozialstaat und die ambivalente Aufbauhilfe McKinseys. Leider nur für Online-Abonnenten abrufbar.
Peter Radl, hessischer Vorsitzender des Bundesverbands der Deutschen Tafeln, spricht mit Jutta Rippegather in der Frankfurter Rundschau vom 10. November 2008 über die Rolle der 52 Tafeln in Hessen. Er stellt fest: "Leider gibt es in Hessen überall Arme, was manche Lokalpolitiker verdrängen." Die gegenwärtige Rentenpolitik bildet für ihn die Grundlage für eine neue Altersarmut.
Michelle Kossel schreibt am 19. September 2008 auf ZEIT ONLINE: "Seit über 15 versorgen die 'Tafeln' in Deutschland Bedürftige mit Essen. Doch mitzunehmenden Lebensmittel- und Spritpreisen brauchen die Helfer nun selbst bald Hilfe." Hier kann man den Artikel lesen.
Am 1. August 2008 titelt Annett Gröschner im Freitag 31: "Das Pflaster auf einer Wunde, die zu groß ist". Sie beschreibt exemplarisch die Welt der Magdeburger Tafel. Der Artikel endet mit den Worten: "Heute sind wieder einige neue Kunden dazugekommen. Irgendwann wird die Kapazität der Magdeburger Tafel an ihre Grenzen stoßen. Daran möchte heute noch niemand denken." Hier kann man den Artikel abrufen.
Auf der Onlinepräsenz der FAZ vom 30. Juli 2008 findet sich dieser interessante Artikel, der unter anderem auf die große Bedeutung des staatlich finanzierten zweiten Arbeitsmarktes für die rasante Ausreitung der Tafellandschaft hinweist.
Ebenfalls in seiner Ausgabe vom 11. März 2008 berichtet der Spiegel über den "Ansturm der Armen". Im Mittelpunkt des Artikels steht das schleichende neue Selbstverständnis von Armut in der Gesellschaft. So schreibt Guido Kleinhubbert: "Gestartet als Feierabend-Initiative sozial engagierter Frauen ist die Deutsche Tafel (...) zum kundenstärksten Filialisten der deutschen Reste-Republik geworden. (...) Das Netz der kostenlosen oder extrabilligen Versorgung hat sich längst so verdichtet, dass in ihm eine Subgesellschaft heranwächst."
Am 19. August 1990 erscheint in der New York Times ein Interview mit dem damaligen Leiter von New York City Harvest, jener Organisation, nach dessen Vorbild sich auch die Deutschen Tafeln gründeten. Bereits acht Jahre nach der Gründung des Vereins erklärte deren Vorsitzender Bret Suval: "We`ve become too institutionalized. We´ve gone from a program that was started to meet a short-term problem and we`ve grown into what some believe is a long-term solution." Hier kann man das Interview lesen.
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